Neuigkeiten
25.01.2015, 17:55 Uhr
Was bedeutet uns als CDU das "C" heute noch?
Wie muss sich die CDU für die Zukunft positionieren
Warum eine solche Parteidiskussion – was soll sie im Ergebnis bringen?
So wird einerseits hier und da gefragt. Andererseits wird fehlendes Profil beklagt, werden Inhalte der CDU angemahnt.

Nun ja, wenn die CDU die bestimmende politische Kraft in der deutschen Politik sein und bleiben will, braucht sie Standortbeschreibungen, die überzeugen. Dazu dienen Diskussionsveranstaltungen. Sie sollen so etwas sein wie ‚Sauerteig’ und ‚Triebfeder’ in einer anhaltenden Grundsatz- und Wertediskussion. Sie sind also Forum der geistigen Auseinandersetzung und Klärung, das durchaus selbstkritisch Themen aufgreifen und behandeln kann, also auch für Leute offen steht, die sich kritisch mit der CDU auseinandersetzen; vor allen Dingen für junge Leute.
Diskussionsveranstaltungen sind ein Instrument der Informationsverbrei- tung im näheren Umfeld, fernab von vielen medialen Informationsüberflu-tungen. Leider haben sie im Laufe der Jahre an Bedeutung verloren.
Der Evangelische Arbeitskreis im CDU – Kreisverband begrüßt und unterstützt ausdrücklich diese Initiative der CDU vor Ort. Er sieht darin die Chance, das Erscheinungsbild der Partei prägen zu helfen und zu zeigen, dass die CDU offen und für jedermann ansprechbar ist für kritische Zeitbetrachtungen in Pinneberg und darüber hinaus.
1945 bis 2015 -
nach siebzig Jahren erfolgreicher Politik der CDU für Deutschland
lautet immer wieder und immer noch die „Gretchenfrage“ an die christlich-demokratische Union und jedes ihrer Mitglieder: „Wie hältst Du’s mit dem ‚C’?“ „Was ist an der Politik der CDU noch christlich?“
Grundlage der CDU Politik ist das „christliche Menschenbild“. Das christliche Verständnis vom Menschen und seiner Verantwortung vor Gott hat der CDU seit ihrer Gründung die ethische Orientierung gegeben.Das „C“ steht für eine Politik aus christlicher Verantwortung und ist mehr als ein Schlagwort. Es hat sich in der Vergangenheit als die geistige Klammer politischer Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Konfession und gesellschaftlicher Herkunft bewährt. Es wird sich auch in Zukunft weiter für die CDU bewähren, sofern es gelingt die Maßstäbe des christlichen Menschenbildes im öffentlichen Bewusstsein zu halten.

Dies wird nicht leichter. Da wir es in Zukunft mit einer Gesellschaft zu tun haben werden, in der sich nur noch eine Minderheit zu christlichen Glaubenüberzeugungen bekennt. Insoweit wird sich eine am christlichen Verständnis vom Menschen inhaltlich orientierende politische Debatte eine immer bleibende Aufgabe der CDU bleiben. Dies wird im Werben um das Vertrauen in unsere Politik den Wählern gegenüber herauszustellen sein.
Als CDU müssen wir uns schon die Frage stellen, ob wir inhaltlich klärende Debatten zu wenig anbieten.
Was ist zu tun, wenn
Diskussionsangebote auf allgemeines Desinteresse stoßen?
Sind christliche Maßstäbe, die die CDU seit ihrer Gründung als Teil ihrer Programmatik zur Grundlage ihrer Politik erhoben hat und unverändert erhebt, für Diskussionen noch von allgemeinem Interesse? Sind sie den Wählern heute und in Zukunft noch zu vermitteln? Sind Begriffe wie „das christliche Verständnis vom Menschen“, „Politik aus christlicher Verantwortung“, „christliches Menschenbild“ „christlich-ethische Grundsätze“ usw. zur Begründung politischer Entscheidungen noch geeignet?
Wenn Bezugnahmen auf das biblische Werteverständnis zunehmend verdunsten,  was sind dann die Alternativen für die Politikausrichtung? Entstehen dann Räume, in denen sich verhängnisvolle Ideologien ausbreiten können?
Hierüber muss bei der Veranstaltung um das „C“ der CDU gesprochen werden, wenn das gesellschaftspolitische Zukunftsbild Orientierung geben soll. Dies ist besonders unter nicht ganz einfachen Bedingungen einer Großen Koalition geboten.
Die CDU präsentiert sich
ausweislich ihrer Programmatik dem Publikum als Partei,
die sich dem christlichen, konservativen, sozialen und liberalen Politikverständnis  verpflichtet hat. Vorrang hatten und haben die christlichen Wertfundamente, die die Würde des Menschen schützt und wahrt. Dabei sind vor allem auch Begriffe klar zu definieren. So z. B.:

Für einen Politiker mit einem christlichen Politikverständnis

■■ stehen politisches Handeln und christliche Überzeugung in einem engen Zusammenhang. Der christliche Glaube ist dabei das Fundament für die humanitäre Vernunft, die Christen in der Politik handeln lässt.

■■ sieht die christliche Wissenschaft den Menschen als Geschöpf Gottes, ausgegestattet mit einer unverletzlichen Würde, beauftragt, die Schöpfung (als Teil der Umweltpolitik) zu bewahren.

■■ gehört das christliche Verständnis vom Menschen als einmalig und unverfügbar zu den zentralen Grundwerten christlich-demokratischer Politik. Es zieht sich wie ein Leitfaden durch - von unionsgeführten Bundesregierungen - gefällte politische Entscheidungen.

■■ ist oberster Leitgedanke christlich orientierter Politik die Wahrung und der Schutz der Würde des Menschen in allen Phasen des Lebens – vom ungeborenen Kind bis zum Sterbenden. Deshalb treten wir für den Schutz des ungeborenen Lebens ebenso ein wie für die Bewahrung der Menschenwürde am Ende des Lebens.

Für einen Politiker mit einem konservativen Politikverständnis

■■ speist sich das Konservative als geistige Strömung aus einer Vielzahl von Gesellschaftsentwürfen, Wirtschaftstheorien (Bekenntnis zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft), Geschichtsinterpretationen, und Leitfiguren.

■■ Ihr gemeinsamer Nenner ist hierzulande ebenfalls ein vom Christentum geprägtes geprägtes Menschenbild: Die Vorstellung, dass der Mensch frei geboren und dazu bestimmt sei, sich durch verantwortlichen Gebrauch seiner Freiheit zu vervollkommnen.

■■ Konservativ in diesem Sinne ist eine Politik, die darauf gerichtet ist, die persönliche Entfaltung des Einzelnen zu ermöglichen.

Debatten über Grundsätze und Grundwerte sind eine Notwendigkeit
besonders in einer Zeit fundamentaler Veränderungen. Der rasante technologische Wandel, der immer wieder aufkeimende Terrorismus, die Pluralisierung und Globalisierung der Lebensstile in Deutschland und in Europa erfordern eine tief greifende Diskussion um Werte und Normen. „Werte“ als allgemein anerkannte, normative Mittelpunkte einer alle Lebensbereiche überspannenden Ordnung galten lange als verbindliche
Wegweiser zum richtigen Denken, Verhalten und Leben.

Ein Leben in Würde, Freiheit und Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, wie die Vorgänge in Frankreich und in den islamischen Staaten uns gerade wieder vor Augen führen. Die Bewahrung der Menschenwürde, das christliche Verständnis vom Menschen beschreibt das Ziel christlich demokratischer Unionspolitik.

In einem FAZ - Interview dieser Tage forderte die Bundeskanzlerin dazu auf:
„Christen sollten ‚noch mehr und selbstbewusst’ über ihre christlichen Werte sprechen“.
„jeder sollte sich selbst fragen, was er zur Stärkung der eigenen Identität, zu der bei der Mehrheit immerauch noch die christliche Religion gehört, tun kann“.
Die CDU im Stadtverband Pinneberg stellt am 07. März 2015 ein sehr aktuelles Thema zur Diskussion, das ein breites Spektrum der Gesellschaftspolitik umfasst und eine spannende Diskussion erwarten lässt.
aktualisiert von Hans Bleckmann, 25.01.2015, 21:25 Uhr