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14.05.2011, 21:04 Uhr
Zur Ansiedlung einer Hinterhof Moschee in Pinneberg

Eine Hinterhof – Moschee in Pinneberg

beschäftigt seit Beginn dieses Jahres die Öffentlichkeit über die Stadtgrenzen hinaus. „Welt Online“ überschreibt am 22. Jan. 2011 einen Artikel „Hilflose Kleinstadt – Wie radikale Islamisten Pinneberg in Atem halten“.

Als Islamisten eingestufte Muslime haben mit der neu angesiedelten Moschee die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein sich als Konvertit (ein zum Islam gewechselter Deutscher) unter ihnen ruft unverhohlen zu Gewalt und Hass auf. Er schreckt vor Morddrohungen gegen den Vorsitzenden  der Jüdischen  Gemeinde in Pinneberg, nicht zurück. Diese menschenverachtende Attacke ist ein ernst zu nehmendes Alarmzeichen, gerade vor dem Hintergrund der Integrationsbemühungen.

Dieser Vorgang zeigt das andere Gesicht des Islam

Das Zusammenleben mit Angehörigen anderer Religionen gestaltet sich –ungeachtet aller Unterschiede- im Allgemeinen auf der Basis des gegenseitigen Respekts als schwierig. Das gilt auch für die Moscheen in Pinneberg und Umgebung, in denen Muslime ungestört ihren Glauben friedlich leben. Dieses Bild wird durch die zum Terrorismus und Extremismus neigenden Islamisten in der neu in Pinneberg etablierten Moschee getrübt. Sie dulden die freie Religionsausübung anderer Glaubensrichtungen nicht und sehen in  den friedlichen und integrationsbereiten Muslimen und anderen Religionen (Juden und Christen) „Ungläubige“, die nicht zu tolerieren sind und deren Leben es auszuhauchen gilt. Es  ist zu begrüßen, dass die heftigen öffentlichen Reaktionen schnell zur Kündigung dieser Moscheebetreiber geführt haben.

Entwicklungen, wie  diese in Pinneberg, mahnen zur Wachsamkeit gegenüber allen intoleranten Tendenzen, die es ander notwendigen Toleranz gegenüber anderen Glaubensge-
meinschaften
fehlen lassen, für deren Schutz wir alle Verantwortung zu übernehmen haben.

Islam und Islamismus sind klar zu unterscheiden

Der Islam ist die Glaubensgemeinschaft der Muslime. Die Erfahrung lehrt, dass die überwältigende Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime ihr Grundrecht auf Religions - und Glaubens-Freiheit friedlich ausüben möchten. Sie bekennen sich zum Islam als Glaubensgemeinschaft und lehnen den Islamismus ab.

Islamismus ist eine totalitär-ideologische Reaktion auf die Moderne. Totalitäre Ideologien erheben einen allgemeinen Herrschaftsanspruch, der die Wirksamkeit der Menschenrechte ignoriert. Es zeigt sich, dass Menschenverachtung und Terrorismus Perversionen des Islamismus sind. Die niederträchtigen Attacken gegen den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Pinneberg müssen erschrecken und aufhorchen lassen. Vor derartigen antisemitischen und extremistischen Vorgängen durch gewaltbereite  Islamisten in einer Moschee darf es kein Wegsehen  und keine Duldung geben.  Auftritte  dieser Art  sind mit der in der Verfassung gewährten Religionsfreiheit nicht zu vereinbaren.

Ansiedlungen von Moscheen werden weiter zunehmen

Davon muss ausgegangen werden. Unsere Verfassung sowie weltweit Art. 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 gewährleisten die Religionsfreiheit. So werden auch künftig Moscheen die Bilder in Städten und Gemeinden prägen. Daran muss immer wieder erinnert werden, wenn Moschee - Ansiedlungen Unbehagen in unserer Bevölkerung hervorrufen und  auf Unverständnis stoßen.

Der Islam ist neben dem Judentum, dem Christentum eine bedeutende Religion. Für sie alle gilt ohne jede Einschränkung das Grundrecht auf Glaubens- und Religionsfreiheit und zwar weltweit.  

Gerade deshalb dürfen Ereignisse, wie jetzt in Pinneberg, bei uns nicht nur aus der Tagesperspektive beurteilt  werden. Vielmehr sind tiefgehende geistige und grundsätzliche Betrachtungen über die Bedeutung der Religion insgesamt, besonders die der unsrigen, der christlichen Religion, aber auch die des Islam gefordert. Hieran wird deutlich, dass Religion nicht als eine Nebensache in Schule (Religionsunterricht) und Gesellschaft gesehen werden darf, wenn ein gemeinsames Verstehen zwischen Muslimen und Christen erreicht werden soll.

Integration und Akzeptanz  

Wer die Unterschiedlichkeit der Kulturen kennt und den Kampf der Kulturen nicht will, muss bereit und fähig sein, den Dialog zu führen. Das setzt in Deutschland die Bereitschaft der Zugewanderten zur Integration voraus. Integration fordert verstehen. Verstehen beginnt mit der Sprache. Integration fordert die Anerkennung der Verfassung unseres Landes. Das schließt Aktivitäten gegen diese Verfassungs-Ordnung aus. Das schließt ebenso aus, heimatliche Konflikte in unserem Land mit nicht verfassungsgemäßen Argumenten und Methoden auszutragen. Solche Aktivitäten müssen zum Entzug des Aufenthalts-Rechts führen. Wenn gläubige Muslime beteuern, sie seien eine friedliche Religion, so kann das nur glaubwürdig sein, wenn sie sich von den der Gewalt zuneigenden Islamisten in ihren Moscheen distanzieren und ihnen kein Wirkungsfeld und Hausrecht gewähren.     

Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen braucht Regeln

Unser Grundgesetz ist ein Ausdruck nationaler Identität. Es ist die Grundlage gesellschaftlicher Integration. Die Verfassung ist als Wertordnung Ausdruck der Geschichte unserer Rechtskultur. Es muss  klar sein, dass unsere Demokratie keine Parallelgesellschaften dulden kann und darf.
Die Zugewanderten müssen erkennen, dass ein Zusammenleben in guter Nachbarschaft ohne bereitwillige Integration nicht zu erreichen ist. Zugewanderte, die eine Integration ablehnen, widersetzen sich dem Bemühen einer guten Nachbarschaft mit der aufnehmenden Gesellschaft.
Die Voraussetzungen für ein gut nachbarschaftliches Zusammenleben gründen auf gemeinsame Wertvorstellungen. Sie umfassen die Achtung der Menschenrechte, Volksouveränität,   Gewaltenteilung,   Verantwortlichkeit der Regierung, Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, Unabhängigkeit der Gerichte, Chancengleichheit politischer Parteien. Gesellschaftliche  Bedingungen sind Trennung von Religion und Politik,
Zi
vilgesellschaft, religiöser und kultureller Pluralismus

Ferner gehören dazu: Freie Entfaltung der Persönlichkeit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Freiheit zum Bekenntnis der Religionszugehörigkeit. Sie ist Ausdruck der Achtung vor der Menschenwürde jedes Einzelnen als Geschöpf Gottes. So ist z.B. eine nachrangige Stellung der Frau in Familie  Gesellschaft  und  Staat  mit unserer  Rechtsordnung  unvereinbar.   Überzeugungen  die  diesen Werten widersprechen,  können  in  unserem Land nicht Grundlage für Gestaltungsrechte gesellschaftlichen Zusammenwirkens sein. 

Trennung von Religion und Staat

Nach islamischen Verständnis bilden religiöse und politische Ordnung eine untrennbare Einheit. Der   Islam   steht  für  den   Anspruch  nach  der   Einheit  von  Politik  und  Religion, sowie für die Überzeugung des allgemeinen Wahrheitsgehaltes seiner Religion.

Im christlich geprägten Abendland hingegen ist die in einem langen Prozess seit der Reformation vollzogenen   Trennung  von Religion  und  Herrschafts-Organisationen  (Staaten)  Grundlage des Zusammenlebens. Für  das  Christentum  gilt  die
Unterscheidung  =  Trennung der religiösen und de
r politischen Bereiche.

Die Ausübung des Rechts und die Einhaltung von hoheitlicher Gewalt liegt in der Verantwortung des Staates.  In  der  Trennung  Welt  und Glaubensgemeinschaft  liegt  die bedeutungsvolle Unterscheidung gegenüber der islamischen Religion. Diese Trennung kennt der Islam nicht. Jenseits dieser zwingenden  Unterscheidung   bedarf   es des   vertiefenden   Dialogs mit den  Muslimen, wenn eine Verständigung erreicht werden soll.

Bitte lesen Sie auch zum Komplex Christenverfolgung und Missbrauch der Religionsfreiheit das Editorial von unserem Bundesvorsitzenden, Thomas Rachel, (erschienen in unserer Zeitschrift Evangelische Verantwortung 1+2/2011) auf unserer Internetseite „eak-pinneberg.de“ (klicken Sie Download und Islam – Islamische Religion).

Man muss es einfach einmal so ausdrücken: das Gottes-, Welt und Menschenbild des Islam unterscheidet sich ganz wesentlich vom abendländisch – christlichen Verständnis des göttlichen Wirkens, der Würde des Menschen und des menschlichen Handelns. Leider wird der Unterschied zwischen dem christlichen und islamischen Denken im Zeichen modernistischer Verflachung und kulturrevolutionärer Beliebigkeit nicht mehr gesehen bzw. sogar geleugnet.

aktualisiert von Hans Bleckmann, 14.05.2011, 21:19 Uhr